Schleswig-Holstein – ein Nazi-Sumpf? Eine Podiumsdiskussion

Am 29.03 2019 versammeln sich der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins Kai-Uwe von Hassel, Hartwig Schlegelberger, Frau Lina Heydrich, Otto Gubitz, Caecilie Bamberger, Betty Voss und Josef Katz zu einer Podiumsdiskussion, um über den Artikel einer Zeitung: „Schleswig-Holstein-ein Nazi-Sumpf?“ zu diskutieren.

Zu Beginn scheint die Stimmung untereinander sehr bedrückt, doch nach einigen Minuten fallen insbesondere von Hassel und Otto Gubitz auf. Während die ehemalige KZ-Insassen Josef Katz und Frau Betty Voss ihre Fälle schildern, fällt Gubitz mehrfach ins Wort der Beiden. Mit seinen Versuchen ihre damaligen Taten als richtig darzustellen, fangen auch die anderen Teilnehmer an, sich zu äußern. Von Hassel, welcher im Grunde genommen mit dem Artikel indirekt angesprochen wurde, versucht sich in seinen Ausführungen als unschuldig zu behaupten. Er bleibt mit seinen Antworten neutral und verspricht, dass er den momentanen Anschuldigungen nachgehen wird. Nun wird auch Josef Katz zu Wort gebeten, was er von dem Artikel „Schleswig-Holstein-ein Nazi-Sumpf?“ hält. Dabei kommt er erneut auf seine Vergangenheit zurück. „Es sei nicht fair, dass die Nazis ungestraft davonkommen, während ich nur aufgrund meiner Religion inhaftiert wurde“! Ähnlich äußert sich auch Betty Voss, jedoch zurückhaltend fast ängstlich: „Ich wurde ständig unterdrückt, hatte keine Freiheit über mein Leben und musste ständig das tun, was von mir verlangt wurde, wohingegen einige Nazis trotz der Verbrechen, die sie begangen haben einfach so davonkommen, ohne bestraft zu werden.“ Abermals versucht Otto Gubitz die Taten zu verharmlosen. Er habe nur seine Befehle befolgt, so Gubitz. Lina Heydrich, die sich über das ganze Gespräch hinweg stark zurückhält, wird schließlich auch zu Wort gebeten. Jedoch hat sie nicht viel zu sagen. Ihre Argumente sind sehr schwach und angesichts der Tatsachen, ihrer und ihres Mannes Vergangenheit, beinhaltet diese Aussage kein einziges Wort darüber, was er wirklich war – eine Entschuldigung schon gar nicht! In Wahrheit ist Reinhard Tristan Eugen Heydrich nämlich mehrfacher Kriegsverbrecher und hat ebenfalls zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Er war deutscher SS-Obergruppenführer und somit Beteiligter an dem Holocaust, General der Polizei und Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren. Seine Frau Lina Heydrich bekennt sich nicht schuldig. Doch ist es klar, dass sie sich nicht nur in dem Ruhm ihres Mannes badete, sondern ebenfalls Mittäterin war und somit ist. Das Gespräch endet in leeren Versprechen von Hassels, NS-Täter mit Rechtsmitteln zu verfolgen. Das eigentliche Thema, ob Schleswig-Holstein ein sogenannter „Nazi-Sumpf“ ist, wird nicht abschließend behandelt. Schade eigentlich! Klasse 10b

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